20 Jahre Beginen Köln e.V.

Die Beginen-Idee, die nach ihrer Blütezeit im späten Mittelalter über Jahrhunderte in Vergessenheit geraten war, wurde seit den 80-ger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Deutschland zu neuem Leben erweckt.
In Köln wurde 1994 unser Verein gegründet, dessen wechselvolle Geschichte hier kurz dargestellt wird.

1994 – 2000

Der am 17. März gegründete gemeinnützige Verein Beginen e.V. – Frauenunternehmen wächst schnell auf 50 Mitglieder an. Es sind Frauen, die sich selbst in abgesicherten Lebensverhältnissen befinden. Das Vereinsziel besteht darin, Firmen von Frauen zu gründen bzw. zu fördern, um dadurch abgesicherte Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen. Mit den Überschüssen aus diesen Unternehmen sollen autonome Frauenprojekte unterstützt werden.
Durch glanzvolle Benefizveranstaltungen versuchen sie, an finanzielle Mittel zu kommen und neue Mitfrauen zu werben. Dazu nutzen die Frauen ihre vielfältigen Verbindungen zu Schauspielerinnen und Kabarettistinnen, zu bildenden Künstlerinnnen und Musikerinnen.
In dieser ersten Phase bildet der Verein seine grundlegende Orientierung an den Grundwerten der Frauenbewegung aus. Die Unterstützung und Förderung von Frauen bleibt das zentrale Vereinsanliegen, ebenso die Verbindung zur Kunst und zu Künstlerinnen.

2001 – 2005

Die Unternehmensidee zum Zweck der „Wirtschaftsförderung von Frauen“ wird aufgegeben. Der Verein, der sich nun „Beginen e.V.“ nennt, zieht sich aus dem öffentlich-politischen Raum zurück. Die Frauen wenden sich mit großem Interesse den historischen Beginen zu und suchen bei ihnen Modelle für das eigene Leben. Spiritualität wird ein wichtiges Thema. Veranstaltungen, die Beziehungen und Gemeinschaft fördern sollen, werden angeboten. Die Idee des Beginenhofes entsteht. Es bildet sich eine „Wohnprojektgruppe“, die ein differenziertes Beginenhof-Wohnkonzept entwickelt. Ein Bauplatz wird gefunden in Köln-Ostheim und ein Investor.
Der Verein (ab jetzt „Beginen Köln e.V.“) feiert sein 10jähriges Bestehen mit 80 Mitfrauen.
Die Verbundenheit mit den mittelalterlichen Beginen sowie Spiritualität und Gemeinschaft als Werte bleiben prägend für die weitere Entwicklung.

2005 – 2009

Nachdem die Beginenhofidee vorerst als nicht realisierbar aufgegeben wird und fast die Hälfte der Mitfrauen ihre Mitgliedschaft aus diesem Grund kündigen, richtet sich die Aktivität des Vereins vermehrt und intensiv auf Fragen nach dem Selbstverständnis, auf die Optimierung der Aufgabenerfüllung, auf die Veränderung der Vereinsstrukturen. Die Frauen erarbeiten ein Konzept, in dem der Verein sich gesellschaftspolitisch-sozial und kulturell in öffentlichen Veranstaltungen nach außen präsentiert und in gemeinschaftsfördernden und spirituellen Angeboten beginenintern nach innen wirkt. Beide Wirkrichtungen werden als gleich wichtig erachtet.

2009 – 2013

Nach dieser Phase der Ruhe und Stabilisierung bietet sich plötzlich und unerwartet die Möglichkeit, einen Beginenhof in einem neu entstehenden Wohnbebiet in Köln-Widdersdorf zu bauen. Nach der Entscheidung nehmen uns die Herausforderungen hinsichtlich Finanzierung, Planung und der anschließende Bauprozess ganz in Anspruch.
2011 erfolgte die Gründung einer eigenen Genossenschaft, die als Bauherrin die unternehmerischen und geschäftsbezogenen Aufgaben im Planungs- und Bauprozess übernimmt.
Ende 2013 ziehen die ersten Frauen in den Beginenhof ein.
Vereinsintern beschert uns der Bau des Beginenhofes einen fast 50%igen Mitgliederzuwachs. Der Beginenhof wird Vereinssitz. Das Beginenfenster in der Markmannsgasse bleibt dem Verein erhalten und wird neu gestaltet.

2014

Zusammen mit der Feier des 20jährigen Bestehens des Beginen Köln e.V. begehen wir die offizielle Eröffnung des Beginenhofes.
Der Verein wird Mieterin der Gemeinschaftsräume und startet mit seinem
erweiterten Veranstaltungsangebot „Begegnung und Kultur“.